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Helga Beimer und Gonzo retten das A-Team

Fernsehen – wer kennt es nicht? (Ein Satz für die Annalen der sinnlosesten Einleitungen)

Das Programm besitzt hier starke nordamerikanische Einflüsse. Viele, viele Sender und viele Spartenprogramme. Für jeden ist was dabei: ein Fashion-TV und Cosmopolitan TV für die Dame, vier Sportsender und Garage TV für den Herren. Und dass Argentinien ein sehr kinderfreundliches Land ist, merkt man nicht zuletzt an den gut 10 Kindersendern. Dazu kommen alle anderen möglichen und unmöglichen Spartensender sowie unzählige Vollprogramme.

Jetzt muss ich zu meiner interkulturellen Schande gestehen, dass ich die originär argentinischen Sender nur recht sporadisch verfolge. Das hat aber einen ganz einfachen Grund: die Protagonisten dort sprechen spanisch (ach was!). Nun bin ich der spanischen Sprache zwar noch nicht verhandlungssicher mächtig, aber im Alltag komme ich halbwegs (na gut, viertelwegs) über die Runden. Der ein oder andere pädagogisch veranlagte Leser mag jetzt denken, soll der Depp doch das spanischsprachige Fernsehen als Lernhilfe nutzen. Der Gedanke ist auch nicht grundsätzlich abwegig, doch hab ich bislang eine Information vorenthalten: Wie in Holland oder Skandinavien sind fast alle Filme und Serien nichtargentinischer Produktion in der Landessprache untertitelt. Durch die Untertitel kann ich zwei Sachen miteinander verbinden: Zum einen kann ich Fernsehen „zum Spaß" gucken, zum anderen hab ich gleich die kastellanische Übersetzung dazu. Lernen mit Vergnügen – was will man mehr? Was allerdings oft albern wirkt, ist die zwanghafte Übersetzung der Filmtitel ins spanische. Ich bin auch keine Freund von Denglish oder Spanglish, aber hier wirkt das oft zu bemüht. Manche Titel sollten einfach nicht übersetzt werden – z. B. „Men in Black" - Los hombres del negro oder „Spiderman" – El Hombre Araña. Konsequent zwar, doch dösig.

Eine der wenigen Ausnahmen von ausländischen Sendungen mit Untertiteln sind übrigens die Simpsons (Los Simpson) – die werden übersetzt. Allerdings kenne ich durch die andauernden Wiederholungen im deutschen Fernsehen eh fast jede Folge und somit hab ich die Übersetzungen quasi im Unterbewusstsein. Die Simpsons stellen gerade eine exzellente Überleitung dar für die Werbung im argentinischen Fernsehen.

Anders als in Deutschland gibt es hier kein staatliches Fernsehen. Das hat den Vorteil, dass man vor den Stasi-Methoden der GEZ gefeit ist (ich darf an dieser Stelle mal politisch werden und die Abschaffung des GEZ-Wasserkopfes und die Einrichtung einer Fernseh- und Radiosteuer fordern sowie die neue Gebühr für internetfähige PCs verurteilen. Die reine Existenz eines potentiellen Empfangsgerätes als Grundlange für eine Gebühr zu nehmen ist doch vollkommen sinnlos. Mit der Begründung könnte ich auch versuchen, Kindergeld zu beantragen – schließlich sind alle „Geräte" vorhanden), andererseits muss man sich mit viel mehr Werbung herumschlagen. Manchmal ist das ganz amüsant – vor allem, da die Argentinier in der Werbung einen sehr skurrilen Humor entwickeln (die Bier-Werbungen hier sind einfach großartig komisch und vollkommen sinnfrei)– manchmal aber königlich nervig. Vor allem bei Live-Übertragungen von Fußballspielen kann die Werbung latent aggressive Menschen dazu bringen, die Fernbedienung zu essen und den Fernseher zu frittieren. Bei jeder Spielunterbrechung, sei es Einwurf, Foul, Pause wegen Verletzung etc, wird im unteren Drittel Werbung eingeblendet und lautstark kommentiert. Hört sich erst mal erträglich an, wenn man aber überlegt, dass beim Fußball die Nettospielzeit gerade mal 40 bis 50 Minuten beträgt, kommt da einiges zusammen. Interessanterweise sind die Werbeunterbrechungen auch beim Pay-TV Usus. Um die angesprochene Überleitung von den Simpsons zur Werbung zu erläutern: Wie auch in Deutschland werden viele Sendungen präsentiert (Sportschau von CMA, Formel 1 von Krombacher etc.). Die Simpsons werden von der Universität von Palermo (einem barrio von Buenos Aires) präsentiert. Wo jetzt der Zusammenhang zwischen dem Oberhaus der argentinischen Bildung und den anarchischen gelben Comicfiguren liegt, werden wohl nur die Marketing-Experten der Uni Palermo wissen. Die Sendung Desperate Housewives wird übrigens von einer Anti-Cellulitis-Creme präsentiert – ich lass das einfach mal so wirken.

 

Einen der großen Stars des argentinischen Fernsehens konnte ich sogar live erleben: Barney.

Barney ist ein magentafarbener Dinosaurier, der das Kinderprogramm unsicher macht. Allerdings auf eine Art und Weise, die die Teletubbies als valiumsüchtige Frührentner erscheinen lässt. Barney und seine Freunde scheinen eine Drogenparty nach der anderen zu feiern, ansonsten kann ich mir die ständige Aufgedrehtheit und das andauernde Singen von sinn- und verstandfreien Liedern nicht erklären. Jedenfalls hab ich Barney in einer der Haupteinkaufsstrassen getroffen, wo er kleine Kinder auf den Arm nahm und sich mit ihnen photographieren ließ. Dass die Eltern es den Kindern erlauben, sich mit einem offenkundigen Dino-Junkie zu identifizieren, wird wohl auf ewig ein strenggehütetes Geheimnis bleiben.

Das argentinische Fernsehen hat noch eine Besonderheit: Das Programm läuft von Monat zu Monat. Das bedeutet, dass die Sender eine bestimmte Anzahl an Filmen für einen Monat eingekauft haben und diese dann ständig wiederholen. So hat man die Möglichkeit, einen Film, den man bei der Erstausstrahlung verpasst hat, noch gut und gerne 12 Mal im gleichen Monat zu sehen. Klingt langweilig, bei über 70 Programmen kommt allerdings kaum Langeweile auf. Der einzige Film, der laut Fernsehzeitschrift nur zwei Mal wiederholt wird, ist dann dummerweise ausgerechnet mein Lieblingsfilm: Adaption. Frechheit.

Beim nächsten Mal gibt’s Friedhofsbilder (so sie denn was geworden sind)!

Heute gibt es wieder ein Rätsel (und hoffe auf rege Beteiligung). Die Frage ist simpel: Wer ist das? Da es doch recht einfach ist, gibt es 13 Punkte.

In diesem Sinne: Hasta luego!

Steak-Poll:: 54 (Bergfest!)

 

Edit: Habe mal das Layout verändert. Eigentlich wollte ich nur ein neues Header-Bild einfügen, das dann nicht zum alten Layout passte. Also hab ich dann gleich alles geändert. Das Header-Bild ist ¨brigens eines der angesprochenen Friedhofsbilder - sooo schlecht sind sie also doch nicht geworden.

7.11.06 19:33
 


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