Startseite
    Eindrücke
    Bilder
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


http://myblog.de/dominikinargentinien

Gratis bloggen bei
myblog.de





Glühwein? Einfach die Flasche nach draussen stellen!

Temperaturen von weit über 30°, die ständige Gefahr, einen Sonnenbrand zu bekommen, Menschen in kurzen Hosen und T-Shirts – woran denkt man da als erstes? Na klar, Weihnachten. Auch in Argentinien neigt sich das Jahr dem Ende zu und damit rückt auch unausweichlich das Weihnachtsfest immer näher. Ich bin eigentlich kein großer Anhänger der Vorweihnachtszeit – alle Leute werden hektisch, das Wetter ist schlecht, die Stadt ist brechend voll, man verlässt im Dunkeln das Haus und kommt im Dunkeln wieder, die Fernsehwerbung nervt richtig und Schnee gibt’s eh nicht.

Einige Sachen sind in Argentinien gleich, andere vollkommen anders. Offenkundig ist natürlich das Wetter anders. Hier ist Weihnachten logischerweise nicht im Winter, sondern mitten im Hochsommer. Wie ich finde, vollkommen unpassend, aber das ist den Gauchos durchaus und zurecht egal. Die traditionellen Weihnachtsriten sind fast europäisch – am 24. ist die Familie angesagt (obwohl hier eigentlich immer Familientag ist – das Familienleben spielt eine viel größere Rolle als in Europa), es gibt gutes Essen (in der Regel vom Grill, alles andere wäre auch ein Überraschung), es gibt Geschenke (allerdings erst um Mitternacht) und auch der 1. Weihnachtstag steht vornehmlich im Zeichen von Essen und Familie. 

Die Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes ist allerdings sehr nordamerikanisch. Beispielhaft hierfür ist die Weihnachtsdekoration im größten Einlaufszentrum Argentiniens, dem UniCenter. Dort gibt es einen Weihnachtsbaum, was zunächst nicht wirklich überraschend ist. Auch, dass der Kollege über 12 Meter hoch ist, ist nichts außergewöhnliches. Spannend wird es, wenn man sich die Dekoration anschaut. Jene steht jedes Jahr unter einem anderen Motto – dieses Jahr scheint das Motto zu sein „Alles, was nichts mit Weihnachten zu tun hat“. So schmückt eine Armada von Koalas den Baum und auf der Spitze treibt ein Horror-Eichhörnchen sein Unwesen, das in seinem Niedlichkeitsfakor Chucky, der Mörderpuppe , in Nichts nachsteht. Ganz in der Nähe gibt es ein Schaufenster, das mit elektrischen Puppen nur so vollgestopft ist. Von Besinnlichkeit allerdings keine Spur, die Brüder kaspern mit einer Geschwindigkeit und Hektik durch die künstliche Landschaft, als sie morgens ein Duzend Duracell-Karnickel gefrühstückt hätten. Wäre ich Epileptiker, ich hätte längst den ein oder anderen Anfall davor alleine beim Vorbeilaufen erlebt.

Leid tun mir vor allem die armen Menschen, die derzeit in Weihnachtsmannkostümen die Kinder bespaßen sollen. Ich glaube, es gibt wenig beschissenere Jobs als bei 35° im Schatten im dicken roten Mantel mit lustigem Vollbart herumzulaufen und die kleinen Nervensägen auf dem Schoß zu haben, um sich anzuhören, dass sich eh alle die neuen Power-Rangers-Figuren wünschen.

Übrigens können sich meine Kollegen nicht wirklich ein winterliches Weihnachtsfest vorstellen – sowas kennen die nur aus Filmen.


Steak-Poll: 96

18.12.06 22:52
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung