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Die wolgadeutsche Trachtentanzgruppe „Freundschaft“

In diesem Post soll es um eines meiner neuen Hobbys gehen: Einkaufen in Supermärkten. Herrliche Beschäftigung, vor allem, wenn man sich in einem Land aufhält, in dem man vorher noch nie war. Einfach in Ruhe herumstöbern, was die Jungs und Mädels hier so für den alltäglichen Konsum zu bieten haben. An sich sind die Supermärkte hier nicht viel anders als in Deutschland. Nur größer. Viel größer. Seeeeeehr viel größer. Den allergrößten hab ich mich noch gar nicht getraut zu besuchen. Nun besteht ein Supermarkt hier nicht nur aus dem einen Geschäft, in dem seine Getränke, sein Essen und die Dinger kauft, die man zum Putzen von sich und seiner Wohnung benötigt, die Gauchos haben das Shop-in-Shop-System perfektioniert. Hier gibt es nicht nur die kleine Bäckerei, den Stand mit den hässlichen Portmona....Portemonna.....Geldbörsen und Annas griechischen Imbiss wie im teutonischen Konsumtempel, nein, hier werden ganze Kleinstadtinfrastrukturen zu einem nahezu magnetischen Einkaufskonglomerat zusammengefasst. Man kann sich das ungefähr wie das Centro in Oberhausen vorstellen, wenn man sich hinzu denkt, dass es um einen riesigen Supermarkt herum gebaut wäre. Für den täglichen Bedarf nutze ich allerdings lieber einen kleineren Laden, da man sonst einfach viel zu lange für die paar Sachen benötigt.

In den Konsumoasen findet man alles. Vom Sportschuh über Mobiltelefonverträgen bis hin zu kleineren Autohäusern. CDs, Bekleidung – vom hippen Szeneladen bis zum Herrenausstatter, Haushaltsgeräte, Kinos, Cafés etc. Interessanterweise gibt es fast das gleiche Angebot auch noch mal im Supermarkt selber (kleiner Einschub: Hier geht gerade ein riesiger, orangefarbener Vollmond auf. Sieht ziemlich klasse aus. Dabei fällt mir, dass ich das Kreuz des Südens noch gar nicht gesehen habe, was aber auch daran liegen kann, dass ich keine Ahnung habe, wie das aussieht. Ich schlussfolgere mal messerscharf, dass es eine Kreuzform hat. Weitere sachdienliche Hinweise werden mit 8 Punkten belohnt – Weitere Frage, die sich mir gerade stellt: Sind die Mondphasen auf der Südhalbkugel eigentlich auch andersrum?).

Das Lebensmittelangebot in den Märkten ist ziemlich klasse. Ich probiere gerne neue Sachen aus, gerade bei Süßigkeiten und Brotbelägen. Der absolute Renner hier ist das sogenannte „Dulce de Leche“, eine Art Karamellnutella in süß. Das ist so süß, als ob man aus Karamell alles wegfiltert, was nicht aus Süß-Atomen besteht und dass das als Essenz direkt in die Zunge injiziert. Und außerdem königlich lecker. Wenn man das morgens auf dem Brot (bzw. dem, was die Jungs hier Brot nennen, das sind absolute Frühstücksbanausen) hat, ist man sofort wacht. Durch den Zuckerschock wirkt das besser als Kaffee. Ich glaube, ich muss aufpassen, dass ich nicht als Diabetiker nach Deutschland zurückkomme (dem wirke ich allerdings durch exzessiven Steakgenuss entgegen).

In den Läden gibt es auch immense Weinabteilungen, in denen ich mich stundenlang aufhalten könnte. Argentinien ist der weltweit viertgrößte Weinproduzent und für sehr wenig Geld kann man unheimlich gute Weine erstehen. Nicht, dass ich ein großer Weinexperte wäre, aber ich denke mal, dass ich einen vernünftigen Wein vom Aldi-Tetra-Pack-Tafelwein unterscheiden kann. Wie dem auch sei, der 04er La Escondia Cabernet Sauvignon, vom dem ich gerade ein Glas trinke, schmeckt auf jeden Fall ausgezeichnet (Salud!).

Nun denn, ich bin vor wenigen Stunden in meinem Haus-und-Hof-Supermarkt gewesen, um ein paar Sachen in die Reinigung zu bringen. Der Markt hat derzeit deutsche Wochen, d. h., es gibt ein paar Regale mit typisch deutschen Waren – Ritter Sport, Haribo, Löwenbräu, Kötritzer Schwarzbier, Schwarzwälder Schinken, Brüggen Müsli etc. Finde ich ganz putzig, aber ist für mich nicht wirklich sensationell, da ich ungern für eine Flasche Bier, die ich nicht mag, das doppelte des heimischen Preises bezahle. Da halte ich mich lieber an die lokalen und regionalen Produkte (was ja auch angewandte Nachhaltigkeit ist ). Als ich den Supermarkt betrat, hörte ich rhythmisches Klatschen in einer Art Viervierteltakt, die mir allerdings recht fremd war. Dazu ertönte laute Musik, die entfernt an Polka erinnerte. Ich dachte an irgendeine Promotion-Aktion und lief weiter. Nach wenigen Metern erblickte ich eine Menschentraube, die sich um gut und gerne 20 junge Menschen versammelten, vom Kleinkind bis zum Mittzwanziger, welche einen Volkstanz aufführten und dabei in einem seltsamen Idiom, einer Art Pidgin-Deutsch, Lieder sangen. So machte ich die Bekanntschaft mir der wolgadeutschen Trachtentanzgruppe Heimat e. V. (e. v.!!! Die deutsche Vereinsmeierei hält Einzug in Argentinien – wenn jetzt noch Heiko hier eine Filiale aufmacht, organisiere ich einen Pottbäckermarkt). Mit vielem hab ich gerechnet, als ich hier hin geflogen bin, mit anderer Kultur, anderen Sitten und alltäglichen Ritualen, aber damit nicht. Als die Mitglieder der Tanzgruppe nach der Aufführung auch noch Autogramme gaben, musste ich die Szenerie verlassen. Soviel Skurrilität vertrage ich nicht an einem Samstagabend.

Etwas wirr geschrieben heute, aber das liegt wohl nicht nur an den Wolgadeutschen, sondern auch an dem Kribbeln, was alle Einwohner Argentiniens inzwischen erfasst hat: Morgen ist das Spiel der Spiele: „El Superclassico“! Davon in den nächsten Tagen mehr. Hasta luego!

Steak-Poll: 13

9.10.06 14:37
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Jolly Roger (16.10.06 09:53)
Dabei fällt mir, dass ich das Kreuz des Südens noch gar nicht gesehen habe, was aber auch daran liegen kann, dass ich keine Ahnung habe, wie das aussieht. Ich schlussfolgere mal messerscharf, dass es eine Kreuzform hat. Weitere sachdienliche Hinweise werden mit 8 Punkten belohnt.

Guckst Du: http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuz_des_S%C3%BCdens_%28Sternbild%29

Die Punkte wieder bitte per Mail! Das mit den Mondphasem kannst Du selbst herausfinden - gibt ja keine Punkte dafür!

greetz

dirty

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