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Geheimnisse...

...gibt es viele. Insbesondere für Menschen, die sich in ein fremdes Land aufmachen. Manche sind leicht zu lösen, andere erfordern Ausdauer. Als Andre und ich diesen Sommer auf Kreta waren, war das größte Geheimnis, wie die feminine Form des Bezeichnung für die indigenen Einwohner der Wiege der europäischen Zivilisation lauteten. Herausfordernd zwar, doch nicht wirklich wichtig für den Alltag. Darüber hinaus ist der Tourist als solcher ja ein gern gesehener Gast, dem oft und zuvorkommend geholfen wird, vornehmlich in der Sprache des Freizeitimmigranten, notfalls im angelsächsischen Idiom.

Nicht so, wenn man nicht als Tourist unterwegs ist und sich auch an Orten aufhält, die ihre Haupteinnahmequelle nicht im Fremdenverkehr sehen. Nehmen wir das Beispiel der Stromversorgung importierter Elektroartikel. Der Reiseführer nötigt den Benutzer argentinischer Steckdosen mit deutschem Hightech zu einem Adapter. Vollkommen nachvollziehbar, haben die argentinischen Stecker doch drei (wie heißen die Dinger eigentlich? Pinökel konnte mein Wörterbuch nicht übersetzen). Also frohen Mutes auf zum Baumarkt. Sprachlich vollkommen unbedarft wurde dort das argentinische Pendant zum deutschen Obi-Hörnchen befragt (und im Gegensatz zum teutonischen Baustoffbewacher tragen argentinische Servicekräfte ihren Namen vollkommen zurecht). Nach 10-minütigem Durch-die-Gänge-Irren und einem kastellanischen Wortschwall, von dem ich gut 0,8 % verstand, verfestigte sich beim immer noch wirklich freundlichen Baumarktmenschen und mir die Einsicht, dass jenes Etablissement keine Adapter führt.

Mit der Erkenntnis, am nächsten Tag dann doch einen wagemutigen Ausflug durch den Terrorstrassenverkehr Buenos Aires’ machen zu müssen, fuhr ich wieder ins Barrio (erwähnte ich bereits meinen Dienstwagen? Derzeit ein vollkommen übermotorisierter Seat Cordoba, aber kommende Woche wird er getauscht und ich bekomme einen neuen VW Suran (nein, kein Tippfehler, das Modell gibt es nicht auf dem europäischen Markt)). Nun gut, wieder angekommen, versuchte ich spaßeshalber, den Stecker von meinem Handyaufladegerät in die Steckdose zu pressen und Halleluja! es funktionierte! Als ich am selben Abend noch herausfand, dass es im Keller des Appartementblocks, in dem ich wohne, auch noch eine Waschmaschine samt Trockner gibt, war der Abend gerettet, was ich mit einem schönen Glas argentinischen Cabernet Sauvignans feierte.

Nun gut, dieses kleine Episode mag vielleicht nicht sonderlich spannend sein, aber sie soll nur illustrieren, dass es im Alltag kleine Tücken geben kann und ich mich jeden Tag unbändig freue, wenn ich wieder was neues herausgefunden habe. Als Belohnung fürs Lesen bis hierhin gibt’s beim nächsten Mal Einblicke in den argentinischen Straßenverkehr. Spanier und Griechen sind wahre Musterknaben im Vergleich zu den autofahrenden Gauchos.

Hasta luego!

Steak-Poll: 3

PS:

Ein Geheimnis bleibt immer noch ungelöst: Wie heißen die Bewohner von Buenos Aires? Buenos-Airistos? Buenos-Airisticaner? Buenos-Airisticanadier? Buenos-Airistiden? Ich habe keine Ahnung und lobe für die Antwort 12 Punkte aus! 100 Punkte können dann gegen ein Rump-Steak engetauscht werden.

PPS: Bilder kommen auch irgendwann, dazu muss ich aber immer Kollegen nerven, da es in der grauen Vorzeit, aus der mein Rechner stammt, noch keinen USB-Anschluss gab.

2.10.06 13:50


Super Mario Kart

Gut, dass ich in jungen Jahren an einer Super-Nintendo-Konsole ausgebildet wurde. Der alltägliche Wahnsinn, der hier euphemistisch „Straßenverkehr“ genannt wird, ist sonst kaum zu händeln. Verkehrsregeln werden hier mehr als grobe, unverbindliche Handlungsanweisungen interpretiert. Es ist nicht die Geschwindigkeit (zu schnell fahren ist auch nahezu unmöglich), es ist mehr das Verhalten der Verkehrsteilnehmer, das einem sozialdarwinistischen Ausleseprozess gleicht. Wichtig sind drei Faktoren:

- Übersicht,

- Beschleunigungsvermögen und

- Kraft bzw. Masse.

Dank des 150 PS-Motors in meinem Seat kann ich bei Faktor 2 klar punkten, mit Kraft kann ich, im Vergleich mit Bussen und den hier riesigen Trucks nicht mithalten und Punkt 1 ist eine Sache, die man in deutschen Fahrschulen nur rudimentär lernt. Ich möchte den deutschen Fahrlehrern nicht an die Karre fahren (oh, was für ein schlechtes Wortspiel an dieser Stelle), aber dass man seine Augen immer überall haben muss und sich in keiner Weise auf geltendes Recht berufen kann, ist für den Anfang gewöhnungsbedürftig. So ist es nicht ungewöhnlich, dass man als Linksabbieger von Autos links überholt wird, die geradeaus weiter fahren. An Kreuzungen, die keine Ampeln haben (und das sind die große Mehrzahl) empfiehlt es sich, im Wind- und Schlagschatten eines Busses oder LKWs zu fahren. Tangentiales Abbiegen, wie im heimischen Straßennetz praktiziert wird, ist hier nur unnötige Verkomplizierung. Aber: Man gewöhnt sich unheimlich schnell daran. Im Gegensatz zu Deutschland, wo man fährt, wenn man recht hat, wird hier nur dann gefahren, wenn eine realistische Chance besteht, dass man durchkommt. Und da alle Verkehrsteilnehmer hier wissen, was gespielt wird, kommt es auch nur selten zu Unfällen (toi, toi, toi) - ausser mit Rennradfahrern, die an den Wochenenden die Autobahnen (!!!) bevoelkern. Bin mal sehr gespannt, wie es morgen wird. Dann werde ich zum ersten Mal nach Downtown BA fahren - und dort gibt es 12-spurige Straßen. Ich habe übrigens einen angemessenen Respekt davor, dass ich, wenn ich wieder in Deutschland bin, wie die letzte Sau fahren werde. Kompatibel sind die beiden Verkehrsstile nun weiß Gott nicht (und nein, Mirjam , so schlecht fahre ich wirklich nicht! Das waren das ungewohnte Auto und die Holländer!

Hasta luego!

Steak-Poll: 5

PS. Die Eintraege sind nicht tagesaktuell. Da ich in meiner Wohnung kein Internet habe, schreibe ich die am Wochenede quasi vor. Dass ich den Eintrag jetzt poste, beweist auch, dass ich den Ausflug in die Innenstadt wohlbehalten ueberstanden habe. Davon beim nachsten Mal mehr!

3.10.06 14:43


Der Tag der deutschen Einheit...

...wird aus nachvollziehbaren Gründen in Argentinien nicht gefeiert. Den Gauchos mangelt es etwas an Erfahrung mit Warschauer Pakt, Ostblock und Mauerfall. Wer weiß, hätte Honecker damals in Argentinien mit dem Flüchten aufgehört und wäre nicht noch über die Anden bis nach Chile gelaufen, hätte es mehr Bewusstsein für innerdeutsche Fragen hier gegeben. So allerdings bleibt nur das Warten bis zum 12. Oktober, dann wird in ganz Lateinamerika der Tag der Entdeckung Amerikas gefeiert. Als Zentraleuropäer hat man natürlich schlechte Karten, jemals an so einen Feiertag zu gelangen. Insofern ausgleichende Gerechtigkeit.

Aber das alles nur nebenbei, eigentlich soll es um vergangenen Sonntag gehen. Mein erster Besuch im Zentrum Buenos Aires’. Praktischerweise kann man auf Autobahnen fast bis ganz in die Stadt hinein fahren. Irgendwann hört die Piste einfach auf und man befindet sich direkt auf der Straße des 09. Juni, der zentralen Prachtstrasse der Hauptstadt – 12-spurig plus links und rechts jeweils noch eine zweispurige Parallelstrasse, insgesamt 120 Meter breit. Überhaupt sind Parallelstrassen hier Standard. Entweder man fährt über die mautpflichtigen autopistas oder man fährt nebenher, auf den kostenlosen collectivos – die selbstredend den entscheidenden Nachteil besitzen, dass man kaum voran kommt. Die Maut ist allerdings so gering (zwischen 50 centavos und 2,20 Pesos, dass sind ca. 13 bzw. 55 Cent), dass sich die Frage eigentlich nicht stellt.

Im Zentrum angekommen, hab ich das Teatro Colón angesteuert, wo ich mit einer Kollegin und ihrem Freund verabredet war. Leider hat die gute Eva eine Impfung nicht vertragen und ist prompt krank geworden. So bin ich knappe zwei Stunden durch das Regierungs- und Altstadtviertel getigert. Unter anderem war ich auf dem Plaza de Mayo, an dem das berühmte alte Rathaus steht, von dessen Balkon Juan Perón und seine Frau Eva (eben jene Evita aus dem Musical) ihre Reden an das Volk hielten. Allerdings war der Platz auch während der Militärdiktatur von 76-83 Schauplatz vieler Einsätze des Militärs gegen die Bevölkerung. In dieser Zeit verschwanden zehntausende Menschen in spurlos. Aus diesem Grund halten die Mütter und Großmütter der Verschollenen immer noch jeden Donnerstag schweigend Mahnwache (die sog. „Madres de Plaza de Mayo"

So, genug der kurzen Geschichtsstunde, schließlich hatte ich eine Eintrittskarte für das Teatro Colón. Ich muss mich jetzt als Kulturbanause outen, von klassischer Musik habe ich einfach null Ahnung. Aber es gab ein Konzert mit Werken von Tschaikowski und Beethoven, in voller Orchesterstärke. Das Stück von Beethoven war zudem für ein Solopiano geschrieben. Der Pianist muss wohl einer der Großen sein, jedenfalls wurde er nachher frenetisch gefeiert. Das Colón gilt als das beste Konzert- und Opernhaus Lateinamerikas, vergleichbar mit der Mailänder Scala, dem Wiener Opernhaus oder dem Bolschoj-Theater in Moskau. Ich kenne zwar nur das Bolschoj, aber dem Vergleich hält das Colón mühelos stand – rein architektonisch, den Rest kann ich einfach nicht beurteilen. Sei’s drum, danach war die Heimfahrt angesagt (immerhin dauert ein Weg ca. 40 Minuten und ich hab mich noch ordentlich verfahren).

Buenos Aires ist wirklich ein unheimlich gegensätzliche Stadt. Zum einen fühlt man sich im Regierungsviertel, als wäre man in Paris. Aber auf dem Weg fährt man an Slums vorbei, in denen sich die Menschen vom Sammeln von Altpapier am Leben halten. Während in Deutschland der Trend zu einer Zweiklassengesellschaft geht, ist das hier schon lange passiert. Die Reichen sind unvorstellbar reich, sogar mehr, als in Westeuropa, die Armen sind im wahrsten Sinne des Wortes vollkommen mittellos. Der Staat kann keine (oder kaum) humanitäre und soziale Aufgaben übernehmen, dafür gibt es viele Stiftungen und die ansässigen Unternehmen sind viel mehr in die Pflicht zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung genommen als in Europa. Meine Arbeit, von der ich beizeiten mal berichten werde, hat auch direkt und indirekt damit zu tun.

So, langer Post heute, perdon. Hab eigentlich noch viel zu erzählen (kommenden Sonntag ist das absolute sportliche Großereignis hier: der superclassico, das Spiel zwischen Boca Juniors und River Plate. Im Büro gibt es seit Tagen kein anderes Thema mehr. Ich muss mich auch noch für eine der beiden Mannschaften entscheiden – auf Anweisung des Chefs soll es Boca werden. Aber mal schauen, die spielen in Blau-Gelb, keine guten Farben für eine Fußballmannschaft. Aber ich will auf jeden Fall noch mal in das Stadion, die Bomboñera und in das dazugehörige Museum, in dem es einen Raum alleine für Maradona gibt, der hier wie ein Nationalheiliger verehrt wird...ich schweife ab.), aber ich muss noch Vokabeln lernen. Morgen hab ich wieder Unterricht.

Hasta manana!

Steak-Poll: 8

 

4.10.06 13:55


Die wolgadeutsche Trachtentanzgruppe „Freundschaft“

In diesem Post soll es um eines meiner neuen Hobbys gehen: Einkaufen in Supermärkten. Herrliche Beschäftigung, vor allem, wenn man sich in einem Land aufhält, in dem man vorher noch nie war. Einfach in Ruhe herumstöbern, was die Jungs und Mädels hier so für den alltäglichen Konsum zu bieten haben. An sich sind die Supermärkte hier nicht viel anders als in Deutschland. Nur größer. Viel größer. Seeeeeehr viel größer. Den allergrößten hab ich mich noch gar nicht getraut zu besuchen. Nun besteht ein Supermarkt hier nicht nur aus dem einen Geschäft, in dem seine Getränke, sein Essen und die Dinger kauft, die man zum Putzen von sich und seiner Wohnung benötigt, die Gauchos haben das Shop-in-Shop-System perfektioniert. Hier gibt es nicht nur die kleine Bäckerei, den Stand mit den hässlichen Portmona....Portemonna.....Geldbörsen und Annas griechischen Imbiss wie im teutonischen Konsumtempel, nein, hier werden ganze Kleinstadtinfrastrukturen zu einem nahezu magnetischen Einkaufskonglomerat zusammengefasst. Man kann sich das ungefähr wie das Centro in Oberhausen vorstellen, wenn man sich hinzu denkt, dass es um einen riesigen Supermarkt herum gebaut wäre. Für den täglichen Bedarf nutze ich allerdings lieber einen kleineren Laden, da man sonst einfach viel zu lange für die paar Sachen benötigt.

In den Konsumoasen findet man alles. Vom Sportschuh über Mobiltelefonverträgen bis hin zu kleineren Autohäusern. CDs, Bekleidung – vom hippen Szeneladen bis zum Herrenausstatter, Haushaltsgeräte, Kinos, Cafés etc. Interessanterweise gibt es fast das gleiche Angebot auch noch mal im Supermarkt selber (kleiner Einschub: Hier geht gerade ein riesiger, orangefarbener Vollmond auf. Sieht ziemlich klasse aus. Dabei fällt mir, dass ich das Kreuz des Südens noch gar nicht gesehen habe, was aber auch daran liegen kann, dass ich keine Ahnung habe, wie das aussieht. Ich schlussfolgere mal messerscharf, dass es eine Kreuzform hat. Weitere sachdienliche Hinweise werden mit 8 Punkten belohnt – Weitere Frage, die sich mir gerade stellt: Sind die Mondphasen auf der Südhalbkugel eigentlich auch andersrum?).

Das Lebensmittelangebot in den Märkten ist ziemlich klasse. Ich probiere gerne neue Sachen aus, gerade bei Süßigkeiten und Brotbelägen. Der absolute Renner hier ist das sogenannte „Dulce de Leche“, eine Art Karamellnutella in süß. Das ist so süß, als ob man aus Karamell alles wegfiltert, was nicht aus Süß-Atomen besteht und dass das als Essenz direkt in die Zunge injiziert. Und außerdem königlich lecker. Wenn man das morgens auf dem Brot (bzw. dem, was die Jungs hier Brot nennen, das sind absolute Frühstücksbanausen) hat, ist man sofort wacht. Durch den Zuckerschock wirkt das besser als Kaffee. Ich glaube, ich muss aufpassen, dass ich nicht als Diabetiker nach Deutschland zurückkomme (dem wirke ich allerdings durch exzessiven Steakgenuss entgegen).

In den Läden gibt es auch immense Weinabteilungen, in denen ich mich stundenlang aufhalten könnte. Argentinien ist der weltweit viertgrößte Weinproduzent und für sehr wenig Geld kann man unheimlich gute Weine erstehen. Nicht, dass ich ein großer Weinexperte wäre, aber ich denke mal, dass ich einen vernünftigen Wein vom Aldi-Tetra-Pack-Tafelwein unterscheiden kann. Wie dem auch sei, der 04er La Escondia Cabernet Sauvignon, vom dem ich gerade ein Glas trinke, schmeckt auf jeden Fall ausgezeichnet (Salud!).

Nun denn, ich bin vor wenigen Stunden in meinem Haus-und-Hof-Supermarkt gewesen, um ein paar Sachen in die Reinigung zu bringen. Der Markt hat derzeit deutsche Wochen, d. h., es gibt ein paar Regale mit typisch deutschen Waren – Ritter Sport, Haribo, Löwenbräu, Kötritzer Schwarzbier, Schwarzwälder Schinken, Brüggen Müsli etc. Finde ich ganz putzig, aber ist für mich nicht wirklich sensationell, da ich ungern für eine Flasche Bier, die ich nicht mag, das doppelte des heimischen Preises bezahle. Da halte ich mich lieber an die lokalen und regionalen Produkte (was ja auch angewandte Nachhaltigkeit ist ). Als ich den Supermarkt betrat, hörte ich rhythmisches Klatschen in einer Art Viervierteltakt, die mir allerdings recht fremd war. Dazu ertönte laute Musik, die entfernt an Polka erinnerte. Ich dachte an irgendeine Promotion-Aktion und lief weiter. Nach wenigen Metern erblickte ich eine Menschentraube, die sich um gut und gerne 20 junge Menschen versammelten, vom Kleinkind bis zum Mittzwanziger, welche einen Volkstanz aufführten und dabei in einem seltsamen Idiom, einer Art Pidgin-Deutsch, Lieder sangen. So machte ich die Bekanntschaft mir der wolgadeutschen Trachtentanzgruppe Heimat e. V. (e. v.!!! Die deutsche Vereinsmeierei hält Einzug in Argentinien – wenn jetzt noch Heiko hier eine Filiale aufmacht, organisiere ich einen Pottbäckermarkt). Mit vielem hab ich gerechnet, als ich hier hin geflogen bin, mit anderer Kultur, anderen Sitten und alltäglichen Ritualen, aber damit nicht. Als die Mitglieder der Tanzgruppe nach der Aufführung auch noch Autogramme gaben, musste ich die Szenerie verlassen. Soviel Skurrilität vertrage ich nicht an einem Samstagabend.

Etwas wirr geschrieben heute, aber das liegt wohl nicht nur an den Wolgadeutschen, sondern auch an dem Kribbeln, was alle Einwohner Argentiniens inzwischen erfasst hat: Morgen ist das Spiel der Spiele: „El Superclassico“! Davon in den nächsten Tagen mehr. Hasta luego!

Steak-Poll: 13

9.10.06 14:37


SC Arminia Ochtrup vs. SpVgg Langenhorst-Welbergen

So, Thema Fußball, wie versprochen. Wenn Fußball in Deutschland Volkssport Nr. 1 ist, es hier weit über den Status „Sport“ hinaus – im erzkatholischen Argentinien gibt es noch eine weitere, von allen akzeptierte Religion: fútbol.

Buenos Aires ist die Stadt mit den höchsten Anzahl an Fußballclubs weltweit, was daran liegt, dass nahezu jedes barrio seinen eigenen Verein hat. Der Lokalpatriotismus ist hier vornehmlich auf den eigenen Stadtteil bezogen, Buenos Aires ist in diesem Zusammenhang nur mehr eine übergeordnete Verwaltungseinheit. Über die Hälfte der Erstligavereine stammen aus dem Stadtgebiet von BA (nun gut, hier lebt schließlich auch ein Drittel der Gesamtbevölkerung). Das Ausscheiden der Argentinier gegen die Deutschen bei der WM wird übrigens hier als Schiebung betrachtet und wurde schon vor dem Spiel quasi akzeptiert. Als Beweis wird der nicht gegebene Elfmeter für Argentinien angeführt – und ich kann mich beim besten Willen nicht an eine strittige Szene erinnern. Altersdemenz oder Verdrängung? Ist aber auch egal, Lehmann hätte einen eventuellen Elfmeter eh gehalten. Ich hoffe inständig, dass die albiceleste in diesem Jahr noch ein Heimspiel hat, da sollte hoffentlich irgendwie an eine Karte heranzukommen sein.

Wichtiger sind hier jedoch die Vereinsmannschaften. Laut wikipedia verteilen sich die Sympathien im Land so, dass gut 40% mit den Boca Juniors sympathisieren und 33% mit River Plate. Die Redidualfans verteilen sich auf die anderen Mannschaften. Die Rivalität zwischen River und Boca ist weitaus stärker, als man das von deutschen Derbys gewohnt ist. Dortmund und Schalke? Kindergarten. Bayern und die Löwen? Mädchenmessdienerlager. (Der kleine) HSV und St. Pauli? Albern. 96 und Braunschweig? Nun gut, schon nicht ohne... Die Gründe sind, wie so oft, in der Geschichte der Vereine zu finden. Boca und River war früher ein einziger Verein, der im Hafenviertel von Buenos Aires angesiedelt war. Die Bewohner des Stadtteils La Boca waren vorwiegend italienischer, speziell genuesischer Abstammung. Daher nennen sich die fanaticos von Boca immer noch „die Genuesen“: los Xeneizes. Ein Teil des Vereins wollte allerdings das verruchte Hafenviertel verlassen. Es gab folglich eine Abspaltung und der Verein River Plate wurde gegründet - in einem gehobeneren, bürgerlichen Viertel. Allerdings gab es dort keinen Platz für ein neues Stadion. Den Behörden des Nordviertels war jedoch eine dortige Institution ein Dorn im Auge: Es gab – für einen gutbürgerlichen Stadtteil undenkbar – ein Bordell im barrio. Die Stadtväter trafen mit den Vereinsoberen die Abmachung, dass sie das Stadion an die Stelle des Bordells setzen konnten. Also entstand an der Stelle das „Monumental“, in dem noch heute die Länderspiele der albiceleste ausgetragen werden.

Die Boca Juniors blieben in La Boca und spielen in der Bonbonera, das als eines der eindrucksvollsten Stadien der Welt gilt. Durch die etwas skurril anmutende Architektur des Stadion (während des Baus ging dem Verein das Geld aus, daher hat es die Form eines gespannten Bogens) und die Steilheit der Ränge schaukeln sich die Gesänge und Schlachtrufe so stark auf, dass die Ränge und das Spielfeld im wahrsten Sinne des Wortes anfängt zu beben. Leider konnte ich bislang das Stadion noch nicht besichtigen und ob ich dort ein Spiel erleben kann, ist fraglich. In die Bonbonera passen 50.000 Zuschauer und der Verein hat 100.000 Mitglieder, die alle ein Vorkaufsrecht haben. Mein Chef, ein Boca-Fan mit Leib und Seele, befindet sich seit 1 ½ Jahren auf der Warteliste, alleine um Mitglied (!!!) zu werden.

Am vergangenen Sonntag schließlich kam es zum großen Duell der beiden Rivalen: El Superclásico. Die Fernsehsender berichteten in den Wochen davor von wenig anderem als von diesem Spiel. Auch bei uns im Büro grassierte das Fußballfieber. Als River ein Spiel im Copa America (der südamerikanischen Champions League) relativ kläglich verlor, wurde der Schreibtisch eines Kollegen, der eingefleischter millionario (wie die River-Spieler und –Fans aufgrund ihres damaligen Umzugs in die upper class genannt werden - die Boca-Fans benutzen allerdings lieber den Namen gallinas, was soviel heisst wie "Hühnchen", also Feiglinge) ist, mit schmachvollen Zeitungsartikeln dekoriert. Bei der Liga-Niederlage von Boca zwei Tage später blühte dem Arbeitsplatz meines Chefs natürlich das gleiche Schicksal. Am Sonntag schließlich gingen wir – nach dem Volkswagen Family Day – mit 8 Leuten in eine Pizzeria, um uns das Spiel anzusehen. Das Lokal war brechend voll, das Bier floss in Strömen (manche Gepflogenheiten sind wohl überall auf der Welt gleich) und die Spannung war förmlich mit Händen zu greifen. Das Spiel selber war zwar recht ansehnlich, aber viel spannender fand ich die Reaktionen der Zuschauer im Lokal. Ich habe noch nie erlebt, dass Menschen mit einer solchen Intensität Fußball schauen. Jede noch so minimale Torchance, von der man von vornherein wusste, dass der Schuss gute 25 Meter am Tor vorbei geht, wurde gefeiert. River ging mit 1:0 in Führung, doch Boca gelang quasi im Gegenzug der Ausgleich. In der zweiten Halbzeit schoss River das 2:1, kurz danach wurde einer der beiden Innenverteidiger von Boca wegen Meckerns nach einem Foul vom Platz geschickt. Dennoch griff Boca unermüdlich an, der Trainer (Ricardo La Volpe, den sicherlich einige noch als Nationalcoach Mexikos kennen), wechselte sogar noch den zweiten Innenverteidiger aus. Fast zwangsläufig erzielte River dann durch einen Konter das 3:1. Die spanischen Kraftausdrücke, die ich an diesem Nachmittag gelernt habe, möchte ich hier lieber nicht wiedergeben.

Mein Chef wurde übrigens am nächsten morgen von einem lebensgroßen Pappaufsteller eines River-Spielers an seinem Schreibtisch überrascht. Böse, aber er hatte schließlich auch mit dem Schabernack angefangen

Damit verabschiede ich mich ins Wochenende. Gestern war Feiertag, deswegen ist Montag frei. Klingt komisch, macht aber Sinn. Somit gibt es für alle ein langes Wochenende, denn für Brückentage sind die Arbeitnehmerrechte noch nicht ausgeprägt genug.

Hasta luego!

Steak-Poll: 18 

 

13.10.06 14:42


Kleine Kuriositäten am Rande

Heute soll es mal nicht um ein bestimmtes Thema gehen, sondern eher um Kleinigkeiten, die auf den ersten Blick befremdlich oder skurril erscheinen. Nichts davon ist böse gemeint, sondern soll viel mehr die kleinen Alltagshürden und potentiellen Missverständnisse darstellen.

Blinker:

Die Blinker werden in Argentinien nicht nur dafür genutzt, anzuzeigen, dass man abbiegen oder die Spur wechseln will. Blinken kann auch bedeuten, dass der Hinterherfahrende überholen soll. Oder auch, dass der Fahrer des blinkenden Wagens vergessen hat, den Blinker auszustellen. Das kommt allerdings sehr, sehr häufig vor.

Supermarktkassen:

In Deutschland ist man es gewohnt, dass es an Supermarktkassen relativ zügig zugeht (wenn man mal von kleingeldsuchenden Rentnern, zu-Ende-gehenden Kassenrollen und nicht abgewogenem Gemüse absieht). Die argentinischen Kassiererinnen versuchen jedoch, in Mittäterschaft des jeweils aktuellen Kunden, die in der Schlange anstehende Kundschaft möglichst lange in einem Warte-Status zu halten. So hilft die Kassiererin dem Kunden beim Einpacken (maximal drei Gegenstände pro Plastiktüte!), ruft noch mal die Marktleitung, weil die Süßkartoffeln falsch ausgezeichnet sind und letztlich wird dann nicht bar bezahlt, sondern mit seltsamen Coupons mit einem Nennwert von maximal 20 Pesos, die einzeln eingescannt werden (was nie beim ersten Mal funktioniert). Vergangenen Woche hat vor mir eine Ehepaar mit diesen Coupons zwei Klimaanlagen bezahlt, die zusammen 1800 Pesos gekostet haben. Der gesamte Bezahlvorgang hat mal eben 14 Minuten gedauert – und das an der Expresskasse für Einkäufe mit weniger als 15 Einkaufseinheiten (da macht sich die Geduldschule während des Zivildienstes im Altenheim bezahlt).

Pimp my Ride:

Argentinische Autofahrer, insbesondere argentinische Trucker, neigen dazu, im Stile der MTV-Sendung "Pimp my Ride" kleine und/oder größere Umbauten an ihren Autos vorzunehmen. Vor allem Lichteffekte sind unheimlich gefragt. Es sieht tatsächlich sehr interessant aus, wenn der Unterboden eines Autos von blauen Leuchtstoffröhren illuminiert wird oder die Frontscheinwerfer ausschließlich Schwarzlicht bestückt sind. Pragmatischer, vor allem des Nachts, wären normale Scheinwerfer. Falls man also auf der Strasse vor oder hinter sich ein diffuses blaues Leuchten erblickt, ist das keine optische Fehlfunktion, sondern ein risikofreudiger Verkehrsteilnehmer.

Standlicht:

Warum auch immer, mindestens zweidrittel der colectivos, der öffentlichen Busse, fährt nachts mit Standlicht. Andere Autofahrer schließen sich diesem Trend gerne an, sind damit aber immer noch besser ausgeleuchtet als die meisten Motorradfahrer – die fahren traditionell ganz ohne Licht.

Die Begrüßung:

...ist nicht dann beendet, wenn man jemanden morgens gegrüßt hat. Jedes Mal, wenn man die gleicht Person auf dem Flur wiedertrifft, wird sich neu begrüßt. Das ist für einen klassisch verbalökonomischen Westfalen zunächst gewohnheitsbedürftig. Was ich keinesfalls in Deutschland weiterführen darf, ist das komplette Ignorieren einer Antwort auf die Frage „Wie geht’s?" Hier fragt man zwar dauernd nach dem Befinden, aber die Antwort wird gar nicht erst abgewartet.

Autobahnmaut:

..ist zunächst nichts besonderes. Was allerdings bemerkenswert ist, dass die argentinische Geduld vollständig an den Supermarktkassen aufgebraucht wird. Sobald mehr als drei Autos in der Schlange stehen, wird auf Teufel komm raus gehupt. Wenn irgendwann genügend Autos hupen, werden die Schranken geöffnet und man kann, ohne zu bezahlen, durchfahren. Akustische Okonomie – ob sich das irgendwann neben Keynesianismus und Neoliberalismus im Felderer/Homburg wiederfindet?

Die Sonne:

...steht tagsüber im Norden. Vollkommen Banane. Eine seriöse Sonne gehört in den Süden!

Da ich am vergangenen Samstag zum Grillen eingeladen war, konnte ich beim Steakpoll ordentlich aufholen:

Steak-Poll: 27

17.10.06 15:07


Lebt denn der alte Grillmichl noch...

...jaaaa, er grillt noch, er grillt noch, kocht nicht. Schlechte Einleitung, ich weiß. Das wird auch das letzte Mal gewesen sein, dass ich mich volkstümlicher Musik bedient habe, versprochen. Zumal gerade die MTV Latin American Music Awards auf dem Bildschirm flimmern (warum sieht Shakira hier eigentlich ganz anders aus als im deutschen Fernsehen? Hätte sie fast gar nicht erkannt). Fernsehen könnte durchaus auch mal ein Thema für den Blog werden, aber nicht heute. Dieser Eintrag befasst sich vielmehr mit der zweiten großen Leidenschaft der Argentinier (neben dem Fußball): dem asado, also dem Grillen. Auch in Argentinien frönen die Menschen dieser eigentlich paradoxen Passion: sobald es draußen richtig warm wird, zünden sie ein Feuer an. Eigentlich nicht sonderlich pfiffig, aber das Ergebnis zählt. Und das kann sich sehen lassen. Aber der Reihe nach.

Ich durfte bislang zwei asados beiwohnen – beide waren großartig. Einmal war ich bei meinem Kollegen Norberto eingeladen, das zweite war eher spontan, da wir eigentlich in die Stadt ins barrio Palermo wollten, wo irgendein Fest war, wir aber im Garten versackt sind. Da haben wir uns dann spontan fürs grillen entschieden – keine schlechte Alternative.

Unterschiede zum deutschen Grillen gibt es viele. Es fängt beim Grill selber an. Für den Argentinier ist das putzig kleine deutsche Glimmgerät vermutlich so praktikabel wie Ozelot zum Zähneputzen. Der Argentinier besitzt keinen Grill, sondern eine Grillstation. Nahezu jedes Haus ist mit so einer Einrichtung versehen. Eine Grillstation bietet ca. 2 qm Netto-Grillfläche, das entspricht ungefähr einem halben Rind, was wiederum für gerade mal 10 Personen ausreichend Nahrung bietet. Damit sind wir auch schon bei der Menge des Grillgutes angelangt. Der deutsche Durchschnittsverzehr – eine Bratwurst, zwei Koteletts – wird hier nur müde belächelt. Auf dem Rost liegen als Vorspeise eine Art Bratwürste (ganz anders gewürzt, unglaublich lecker) und Blutwurst – damit kann man mich normalerweise jagen, hier schmeckt es mir wirklich gut. Danach kommt die erste Fuhre Fleisch, in der Regel asado – nein, das ist keine Altersdemenz bei mir, die Rippenstücke heißen tatsächlich auch einfach so wie der Vorgang an sich. Diese sind zwar meist stark von Fett durchsetzt, haben aber einen unglaublich intensiven Geschmack, was noch unglaublicher ist, da das Grillgut nicht gewürzt wird, lediglich mit etwas Salz. Hat man das erste Pfund überstanden, kommt der Hauptgang: entweder bife de chorizo (was ungefähr mit Rumpsteak gleichzusetzen ist) oder bife de lomo – das klassische Filetsteak. Increible. Es ist vollkommen gleich, ob man schon satt ist oder nicht – es schmeckt einfach so gut, dass man einfach weiter isst.

Die Argentinier sind das carnivorste Volk der Welt, wie ich glaube. Die Statistiken schwanken zwar, aber jeder Erwachsene im Silberland isst zwischen einem viertel und einem halben Kilo Fleisch pro Tag. Angeblich könnte Argentinien die Welt komplett mit Rindfleisch versorgen – aber den Großteil essen sie vorher einfach selber auf. Ich glaube inzwischen, dass diese Exportschwäche mit ein Grund für die Argentinienkrise 2001 gewesen ist. (Merke gerade, dass in der Percussion-Salsa-Version das unsägliche Lied „Maneater" von Nelly Furtado sehr annehmbar klingt). Fassen wir zusammen: das argentinische asado besticht sowohl durch Menge als auch durch Geschmack. Als Vegetarier hat man allerdings ein Problem.

Damit der Verzehr von ganzen Kühen nicht allzu sehr auf die Figur schlägt, habe ich am vergangenen Freitag beim ersten 5-km-Lauf im Volkswagen-Werk mitgemacht. Das ganze fand im Rahmen der semana de la seguridad y salud laboral statt. Sinnigerweise firmierte der Lauf auch unter dem Namen Marathón – letztlich bin ich aber ganz froh, dass auf die letzten 37,195 km verzichtet wurde. Ich war eigentlich der Überzeugung, über eine halbwegs vernünftige Kondition zu verfügen. Dummerweise befand die sich nicht in den Teilen meiner Beine, die fürs Laufen benötigt werden. Immerhin konnten Felix (unser Praktikant aus Wolfsburg) und ich in der inoffiziellen Kategorie „bester Ausländer" den ersten Platz belegen – kollegial, wie wir sind, sind wir natürlich zeitgleich ins Ziel eingelaufen, als insgesamt 19. von 66 Teilnehmern. Unsere Abteilung hat insgesamt sogar zwei Pokale abgeräumt (was meinen Chef zu der Bemerkung verleitete, wir wären die Boca Juniors von VW Argentina): zum einen den für die Abteilung mit den meisten Teilnehmern (sind wir doch, bis auf eine Person, komplett angetreten) und für den zweiten Platz bei den Frauen. Nun gut, es sind nur zwei Frauen mitgelaufen, aber Pokal ist Pokal! Mein Chef hat es übrigens mit einem ambitionieren Spaziergang auf den allerletzten Platz geschafft – er war ein halbe Stunde nach Felix und mir im Ziel. Auch eine Leistung auf füng Kilometern Die Rechnung für den Unfug, zu glauben, ich könnte ohne Training vorne mitlaufen, habe ich in den darauffolgenden drei Tagen bekommen. Muskelkater wie ein großer. Hätte ich am vergangenen Wochenende einen Vertreter für einen Treppenlifter an der Tür gehabt, ich hätte ihm zwei Stück abgekauft. Der körperliche Verfall ist spürbar.

Hasta luego!

Steak-Poll: 36

PS. Dieter hätte gerne mehr Rätsel zum Punkte verdienen. Also, here we go (dieses Mal hilft die Wikipedia wohl nicht weiter): Was bedeutet es, wenn ein Auto am Straßenrand einen Benzinkanister auf dem Dach hat? Schwierige Frage, wird dafür mit 25 Punkten belohnt!

Bilder!

 

Die Ausländer beim Zieleinlauf

 

Die ungmein sportliche Abteilung asuntos sociales. V. l. n. r.:

Felix, Eva, Herbert, Dominik, Norberto 

 

24.10.06 14:05


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